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Symptome der Angst vor Nähe
Angst vor Nähe verspüren viele Menschen, auch wenn sie sich normalerweise im bewältigbaren Rahmen hält. Das beginnt schon meist dann, wenn wir uns in einen anderen Menschen verlieben. Das Gefühl des Verliebtseins ist von Freude, gemischt mit Angst geprägt. Das dürften die meisten Menschen kennen. Die körperlichen Symptome des Verliebtseins ähneln Angstsymptomen sehr stark:
•Herzklopfen,
• Unsicherheit - Befürchtungen etwas falsch zu machen und zurückgewiesen zu werden,
• leichte Übelkeit,
• Schwierigkeiten klare Gedanken zu fassen,
• Beklemmungsgefühle,
• flache oder verkrampfte Atmung.
Im Fall des Verliebtseins ist die Angst mit Freude gemischt. Man gibt sich Mühe, dem anderen zu gefallen. Man verspürt eine große Vorfreude, kann kaum an etwas anderes denken und fiebert dem Treffen entgegen.
Doch auch wenn sich beide Partner schon länger kennen, können obige Symptome, wenn vielleicht auch abgeschwächt und vereinzelt, auftreten, insbesondere in intimeren Situationen, wo Offenheit notwendig wird.
Sie sind ein Anzeichen dafür, dass man Angst vor Nähe hat und auf Distanz gehen will. Der Drang sich aus einer Situation zurückzuziehen wird sehr groß. Der Rückzug kann sich geistig (man schaltet ab) oder auch körperlich (man entfernt sich räumlich) ausdrücken.
Was steckt hinter der Angst?
Angst vor Nähe, auch Bindungsangst genannt, kann mehrere Ursachen haben. Oft stecken ganz konkrete Ängste dahinter, z.B. die Angst verletzt, verlassen oder enttäuscht zu werden.
Diese oft unbewusste Angst lässt sich folgendermaßen erklären: Je mehr ich mich auf einen Menschen emotional einlasse, mich öffne und ihm nahe bin, desto verletzlicher und angreifbarer mache ich mich. Immerhin lernt er meine Schwächen kennen und kann diese gezielt nutzen, um mir weh zu tun.
Hinzu kommt: Je wichtiger mir ein Mensch wird, desto ernster nehme ich seine Kritik, desto mehr macht es mir etwas aus, wenn etwas "falsch" läuft, desto schmerzhafter wird es, wenn er mich gar verlässt.
Dies kann natürlich nicht passieren, wenn man dafür sorgt, dass diese Nähe und Vertrautheit erst gar nicht aufkommt. Dabei handelt es sich um eine Schutzreaktion. Eine Beziehung, in der die Partner nebeneinander herleben bzw. sie auf eine sehr unverbindliche oder oberflächliche Weise gestalten, ist die Folge. Solche Beziehungen sind vielleicht Zweckgemeinschaften, aber keine Intimbeziehungen.
Eine anderer Grund Angst vor Nähe zu haben, kann darin bestehen, dass man seine Selbstständigkeit und persönliche Freiheit nicht aufgeben will. Es wird befürchtet, dass der Partner einen zu sehr einengen wird, dass ein vollständiges Einlassen auf die Beziehung einem Gefängnis gleicht.
Daher ist es scheinbar sicherer, auf Distanz zu bleiben. Beziehungen gehen immer mit Verpflichtungen einher. Man bekommt zwar etwas vom Partner, doch man steht nun auch selbst in der Pflicht etwas zu geben. Vielleicht wird verlangt oder befürchtet, etwas Wichtiges aufgeben zu müssen.
Diesen Preis wollen viele Menschen nicht in Kauf nehmen. Andersherum kann aber auch die Befürchtung entstehen, dass sich der Partner zu fest an einen anklammert.
Auch eine fehlende Wertschätzung sich selbst gegenüber (Selbstwertgefühl) kann dazu führen, dass es zu Bindungsängsten kommt. Wer sich selbst nicht annehmen kann, wird das auf seinen Partner projizieren und ihn nicht annehmen können.
Wie drückt sich die Angst vor Nähe aus?
Sie kann sich ganz unterschiedlich ausdrücken. Manche Menschen haben Schwierigkeiten im sexuellen Bereich vor körperlichen Berührungen. Auch ist bei ihnen Offenheit und Ehrlichkeit nur schwer zu verwirklichen, wenn sie sich ihre konkreten Befürchtungen nicht bewusst machen.
Offenheit setzt Transparenz sich selbst gegenüber voraus, nämlich seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche klar zu erkennen. Eine allgemein misstrauische Einstellung anderen Menschen gegenüber lässt den Aufbau von Vertrauen nicht zu.
Das kann so weit gehen, dass (zwanghafte) Kontrolle ausgeübt wird. Vielleicht wird man sich kalt und abweisend dem anderen gegenüber verhalten. Das kann sich darin äußern, dass unsinnige Streits provoziert oder der Partner im Extremfall sogar in einer Nacht- und Nebelaktion verlassen wird.
Weitere Indikatoren, die mit Beziehungsängsten zu tun haben können, können folgende sein:
• Es werden Partner gewählt, die schon vergeben sind.
• Man spricht nicht über die eigenen Gefühle (Unnahbarkeit).
•Man will sich nicht festlegen und trifft ungern Entscheidungen.
• Der Partner wird oft gewechselt.
• Ein enger Freundeskreis ist nicht vorhanden.
• Unerwarteter Rückzug, tagelanges Schweigen.
•Erwartungen an den Partner sind (unrealistisch) hoch.
• Ein überzogenes Sicherheitsbedürfnis herrscht (Anklammern bzw. Kontrolle).
• Kommt es zur emotionalen Nähe, folgt sofort ein Rückzug.
die Betroffenen sich unerreichbare Partner wählen (z.B. Partner, die verheiratet sind oder weit entfernt wohnen).
der Partner, der sich für sie interessiert, für sie nicht interessant ist.
sie auf der Suche nach dem einen idealen Partner sind und häufig den Partner wechseln.
sie hohe, unerfüllbare Forderungen an den Partner stellen.
sie den Partner solange provozieren, bis er sich trennt.
sie nicht heiraten und keine gemeinsamen Ziele festlegen wollen.
sie dem Partner gegenüber unnahbar sind, nicht über ihre Gefühle sprechen.
sie plötzlich - aus nicht nachvollziehbaren Gründen - auf Distanz gehen.
sie überraschend die Trennung ankündigen oder kurz vor der Hochzeit flüchten.
sie nach einer Trennung sehr schnell eine neue Beziehung eingehen.
Wer unter Beziehungsangst leidet, wird in Partnerschaften immer wieder dieselben Erfahrungen machen. Erst wenn er sich seiner schädlichen Verhaltensmuster bewusst wird und die Verantwortung für das Scheitern seiner Partnerschaften übernimmt, kann er alleine oder mit Hilfe eines Therapeuten lernen, seine Beziehungsangst zu überwinden.
Was ist Bindungsangst?
Haben Sie an jemanden Ihr Herz verloren und spüren, daß Ihre Gefühle auch erwidert werden? Haben Sie trotzdem ein diffuses Gefühl, als würde Ihnen Ihr Partner jederzeit durch die Finger gleiten? Geht Ihr Partner aus oft für Sie unerfindlichen Gründen auf Distanz? Eine plötzliche Trennung, scheinbar aus dem Nichts heraus! Gestern war das Leben noch schön, heute ist die Welt nur ein Scherben-haufen ...
... Dann haben Sie sich wahrscheinlich in einen Menschen verliebt, der aufgrund früherer Verletzungen große Angst vor Nähe hat. Angst, die ein offener Mensch nicht begreifen kann. Angst, die einen umhüllt, wie ein dunkles Tuch. Angst, die lähmt, jegliches Gefühl begräbt, unfähig macht zu handeln. Angst, die einen ängstigt und die man haßt, weil man nicht dagegen ankommen kann. Wenn dieses "Nähe-Distanz-Spiel" für gefestigte Beziehungspartner eher interessant und aufregend ist, sehen sich Menschen, die einen bindungsängstlichen Partner haben, mit einem Balanceakt konfrontiert, der kaum zu bewältigen ist. Hilflos sieht man sich zahlosen Fragen gegenüber, auf die man einfach keine Antworten weiß. Ein weit verbreitetes Phänomen.
Die von Bindungsangst Betroffenen empfinden diese selbst als großen Leidensdruck, wissen meist schon vorher, daß etwas mit ihnen nicht stimmt und vermitteln dies auch in Aussagen wie: Ich kann mich nicht öffnen. - Ich habe so ambivalente Gefühle. Oftmals sogar setzen sich die Betroffenen in ihrer Persönlichkeit gegenüber dem Partner bewußt herab: Ich kann Dir nicht geben, was Du erwartest. - Ich werde Dich unglücklich machen. All diese Äußerungen gipfeln nicht selten in einer alles zerstörenden Selbstdiagnose: Bei mir stimmt etwas nicht.
Anzeichen für Bindungsangst
Es gibt viele Anzeichen für Bindungsangst, wobei nicht jedes einzelne für ausgeprägte Bindungsangst stehen muß. Jeder Mensch wird sich in dem einen oder anderen Punkt wiedererkennen. Die Schwierigkeit besteht vor allem darin, zu erkennen, ob es sich tatsächlich um Bindungsangst handelt - also um ein existenzielles Problem - oder um Bindungsunwilligkeit. Relativ sichere Anzeichen für Bindungsangst sind:
Häufige Rückzüge - insbesondere nach Zeiten intensiv erlebter Nähe. Diese reichen von innerer Distanziertheit, über die Verweigerung jeglichlicher Kommunikation, bis hin zum Abtauchen oder Verschwinden (oft auch vor Feiertagen).
Verschlossenheit in Bezug auf Gefühlsäußerungen: Es fällt schwer, Gefühle zu zeigen oder darüber zu sprechen.
Überzogenes Anspruchsdenken sowie idealisierte Normen und Werte, die nicht erfüllt werden können.
Ausgeprägtes finanzielles und materielles Sicherheitsbedürfnis. Oftmals in Verbindung mit einem schwankenden Selbstwertgefühl, das von Arroganz bis zur totalen Unsicherheit variiert.
Unzuverlässigkeit und Unverbindlichkeit sowohl im Alltagsleben als auch in der Planung einer gemeinsamen Zukunft.
Trotz dieser unkonstruktiven Verhaltensweisen sind bindungsängstliche Menschen - wie andere auch - liebevoll, einfühlsam und zärtlich. Oftmals fühlt man sich auf tiefer Ebene mit ihnen verbunden, jedoch ohne ihre Handlungen nachvollziehen zu können. So entsteht selbst beim Ratsuchenden oft ein ambivalentes Gefühl, das die emotionale Zweideutigkeit des Partners aufnimmt und widerspiegelt.
Viele Bindungsängstliche zeigen manifeste Persönlichkeitsstörungen wie Depressionen, Narzißmus, Borderline Syndrom oder Multiplizität.
Je ausgeprägter die Symptome sind, desto schwieriger wird es für die Beteiligten. Grundsätzlich ist für jeden Betroffenen eine Therapie sinnvoll, doch nur Wenige würden sich dazu durchringen.
Bindungsängstliche sind in der Regel in hohem Maße selbstreflexiv und sich ihrer Probleme durchaus bewußt. Die ausgeprägte Selbstreflexivität jedoch forciert die Verdrängungsmechanismen des Unterbewußtseins: Die erkannten und durchaus begriffenen Probleme werden abgeschoben und archiviert.
Gefühle, Speicherung, Auslösung
Gefühle können werden immer im Moment erlebt. Wenn sie entstehen, heisst dies nicht unbedingt, dass sie die Gegenwart abbilden. Wo sie auftauchen, können sie längst Vergangenes, also Abgespeichertes in die Gegenwart bringen, so dass es zwar als gegenwärtig erlebt wird, aber die Vergangenheit abbildet. So braucht es Unterscheidungsfähigkeit, welche Regung dem Moment entspricht und welche auf frühere Erfahrungen zurückgeht.
Weil die Gefühle strukturierend-kategorisierend wirken im Gedächtnis, bilden alle Ereignisse mit demselben Gefühls-Klima eine stark verbundene Gruppe. Wenn ein «Gruppenmitglied» aufgerufen wird, sind die andern nicht fern.
Ausgelöst werden Gefühle durch Sinnesreize. Genaueres darüber ist im Abschnitt «Emotionale Überflutung, mentale Verwirrung und Lernen» zu finden.
Gefühle, zeitlos, ortsunabhängig
Gefühle sind zeitlos und ortsunabhängig, wie die limbische Forschung zeigt: Das limbische Hirn «unterscheidet» nicht zwischen Ich und Du. Wenn wir limbisch «denken», sind wir verbunden mit allem. Wir sind in einem spirituellen Zustand, der aber nicht bewusst erlebt wird, aber abgespeichert wird in unserem Körper und somit abrufbar ist.
Hormone zur Regelung des inneren körperlichen Gleichgewichtes
In der Nähe der Gefühlszentren wird die Produktion der Hormone gesteuert. Es sind chemische Stoffe, welche für die Bereitstellung der richtigen Energien sorgen.
Grundsätzlich lassen sich dabei 2 Hauptsysteme beobachten: Ein anregendes, welche die Bewältigungs-Energie hervorbringt über Stresshormone; und ein beruhigendes, welches über Entspannungshormone zur Erholung verhilft.
Interaktion, Abhängigkeit und Autonomie
Irdisches Leben entsteht durch Interaktion zweier Teile. Dies bedeutet Beziehung und Abhängigkeit. Grösstmögliche Autonomie entsteht durch Akzeptanz dieser Zusammenhänge.
Über ein Du zu einem Ich
Wenn wir zur Welt kommen, sind wir offen und aufnahmefähig. Das Gehirn kann keine Vorstellungen produzieren, wie wir sein müssen oder was sein müsste. Wir sind Vertrauens- und Beziehungs-Spezialisten, die intuitiv genau spüren, was wir brauchen, was andere von uns wollen oder was sie uns geben können oder nicht.
Im Laufe des Lebens lernen wir durch durch Spiegelung und Vorbild, «wie das Leben geht». Am idealsten sind klare Spiegel: Klare Gefühle, Gedanken, Handlungen, Vorbilder. Häufig treffen wir auf getrübte Spiegel – Menschen, die keine Gelegenheit zur Klärung hatten. Und dann erleben wir uns auch schmutzig, verwirrt, vernebelt und übernehmen unbewusst Beziehungs-Defizite unserer Bezugspersonen.
Allmählich bildet sich ein Selbstbild, das eine Mischung ist von Eigenem und für Eigenes Gehaltenem, aber eigentlich von Fremdem.
Emotionale Überflutung, mentale Verwirrung und Lernen
In Beziehungen besteht immer das Risiko, nicht zu bekommen oder geben zu können, was man wirklich braucht. Die daraus entstehenden emotionalen Verletzungen hinterlassen Spuren im Körper und Gefühlsleben:
Das limbische Hirn wird überschwemmt mit Nervenimpulsen, was sich in einem Gefühl des Ertrinkens oder der Überflutung äussert.
Eine besonders starke Form davon geschieht bei Traumatas und in traumatisierenden Verhältnissen. Wenn sich das Verletzungsgeschehen im Gehirn eingenistet hat, ist es leicht abrufbar, manchmal nur durch einen Geruch, einen Blick, eine Geste oder andere sogenannten Triggers. Das liegt an den vielen Verschaltungen, die sich gebildet haben. So lässt sich erklären, dass ein eigentlich kleiner Reiz eine Art Flächenbrand auslösen kann im Gehirn, der sich emotional zeigt in Form von Stress, Angst, Panik, Erstarrung, Wut. Weil gleichzeitig die Verbindungen zum Frontal-Hirn, wo unsere Verhaltensstrategien ihren Sitz haben, unterbrochen werden, können wir nicht mehr der Situation angepasst reagieren.
Mentale Folgen sind Verwirrung und Desorientierung. Ebenso wird die Verbindung zum Hippocampus blockiert, jenem Teil des Gehirns, der Lernen, das heisst Abspeichern von Erfahrungen, möglich macht. Das bedeutet, dass Lernen verunmöglicht wird.
Emotionale Entfremdung, Stress, Ärger, Trauer, Resignation
Prägen Missverständnisse, mangelndes Mitgefühl, Verletzungen unser Beziehungs-Erleben, beginnen wir uns zurückzuziehen, zu entfernen, schliesslich zu entfremden und am Ende von uns selbst zu entfremden; da alles mit allem verbunden ist, entfremden wir uns auch von uns selbst, wenn wir uns von andern entfremden.
Dieses Entfremden kennt verschiedene Stufen: Zorn/Ärger, Trauer, Resignation. Die Verletzungen geschehen durch nicht oder falsch erfüllte Beziehungsbedürfnisse.
Grundsätzlich stellt sich dabei Stress ein – möglicherweise auch in Form von Ärger – Stresshormone werden ausgeschüttet. Löst sich das Problem, entspannen wir uns durch die Freisetzung von Entspannungshormone.
Misslingt dies, werden wir traurig. Wird dies bemerkt und das Bedürfnis befriedigt, setzt Entspannung und Wohlbefinden ein.
Geschieht dies nicht, erreichen wir die dritte Stufe von emotionaler Entfremdung: Resignation. Wir versuchen uns mit allem Möglichen zu trösten, vergessen den Ursprung unseres Unglücklichseins. Der Körper vergisst nicht: die Stresshormone werden nicht abgebaut. Wenn der Zustand lange andauert, werden Endorphine, körpereigene Schmerzmittel, produziert, die helfen, den Schmerz nicht mehr zu spüren.
Die Folgen: Da Stress ein Ausnahmezustand ist, der erlaubt, grosse Mengen an Energie bereitzustellen aus den körpereigenen Energiespeichern, um eine Gefahr zu bewältigen, laugen wir uns aus. Um daraus wieder herauszufinden, müssen wir den Weg zurückgehen. Er führt zurück zur Trauer und von da zur Kraft, an der Situation etwas zu verändern.
Angst in Beziehungen, Kontaktvermeidung
Angst spielt im Beziehungsgeschehen eine besondere Rolle. Sie bedeutet ein Vermeidungs-Verhalten, ein Rückzug vom Gefühl von Stress, Mangel, Ärger, Trauer oder Resignation.
Dahinter steht die Erfahrung oder Überzeugung, die primären Gefühle nicht auszuhalten oder nicht mit ihnen umgehen zu können sowie die Entmutigung, dem allem nichts entgegensetzen zu können. Angst bedeutet zusammenziehen, und dies bedeutet Rückzug aus der Beziehung.
Die Angst kann sich in verschiedenen Formen zeigen:
Angst vor Gefühlen: Wer nicht fühlt, muss keine Schmerzen, Verletzungen und Enttäuschungen ertragen.
Angst vor Sinngebung: Dem inneren Geschehen eine Bedeutung zu verweigern, entbindet davor, sich auseinanderzusetzen mit Schmerzen, Verletzungen und Enttäuschungen.
Angst vor Ausdruck: Das Innere Geschehen zurückzuhalten dient dem Schutz vor allfälliger Reaktion und Rückweisung, weiterer Schmerzen und Verletzungen.
Angst vor Verantwortung und Überwältigung: Durch Projektion kann aller Schmerz nach aussen befördert werden, ohne dass er sich jedoch auflöst.
Angst vor Nicht-Beachtung: Auf Umwegen wird nach Aufmerksamkeit gesucht. Häufig über Körperspannungen- und -schmerzen.
Angst, zu kurz zu kommen: Durch ein starkes Kreisen um die eigene Wichtigkeit kann ein Mangel an nährender Aufmerksamkeit kompensiert werden.
Angst, vereinnahmt oder verschluckt zu werden: Rückzug wegen drohender Existenz-Gefährdung durch fehlendes Recht auf eigenes Leben.
Oxitocyn, Rhythmus, Verbindung und Bindung
Durch einfache, zum Teil ritualisierte Entkopplungsstrategien, können emotionale Überflutungen durch Angst, Ärger und Stress gestoppt werden, so dass es zu einer Beruhigung kommt.
Eine mitfühlende, geduldige Haltung fördert neues Wachstum von Nervenbahnen in Richtung Hippocampus, dem Ort des Lernens. Parallel dazu wird durch diese meist rhythmischen Entkopplungstechniken eine hormonelle Umschaltung vorgenommen: Es werden mehr Bindungshormone, Oxitocyne, produziert.
Da Rhythmus, Pulsation der Ursprung des menschlichen Lebens ist (Ver-Bindung zweier Pole), kommt es zur erneuten Bildung von Bindung, die durch Überschwemmung unterbrochen wurde. Daher führt Rhythmus (wie Bewegungen, Wiederholung von Worten wie Affirmationen, Melodien, Alltagsrituale) in einen hormonellen Zustand, der als Verbundenheit erlebt wird, und damit wegführt von der Einsamkeit und Verkapselung nach dem Rückzug bei Verletzungen.
Alles ist eins und eines ist alles, Begegnung und Stille
Lange bevor die Hirnforschung die Zusammenhänge zwischen Interaktion, Abhängigkeit, Autonomie und die Rolle der Emotionen als energetische Brücke zwischen den Menschen aufzeigen konnte, wurden diese Zusammenhänge beschrieben mit den Worten «Alles ist eins und eines ist alles».
Aufgrund unserer kognitiven Fähigkeiten lernen wir klar unterscheiden zwischen uns und andern. Wenn wir unseren Platz gefunden haben und uns sicher fühlen, beginnen sich die Emotionen zu beruhigen. Sie haben ihre Aufgabe erfüllt, wir können uns besser auf uns selbst konzentrieren, auch in Gegenwart von anderen.
Wenn wir tief verankert mit uns selbst verbunden sind in unserem Innern, erleben wir dank kognitiven und limbischen Fähigkeiten gleichzeitig die Verbundenheit mit allen; dann finden sich im Gehirn mehr Gamma-Wellen: Neurone kommunizieren mit einem Erkennungscode auf der so genannten Gammafrequenz (40 Hertz), auch Frequenz der Stille genannt, synchron – Hirnareale treten miteinander in Kontakt.
Gehirn, Nerven, Biochemie, Freiheit, Verantwortung
Gehirn, Nerven und biochemischer Stoffwechsel begleiten alles oben beschriebene Geschehen. Sie versuchen nach Kräften, uns in unserem Leben zu unterstützen und sind auf Kooperation mit uns angewiesen.
Unser Körper lehrt uns viel: Er braucht von allem etwas, von keinem jedoch zuviel.
Analoges gilt für das soziale Geschehen: Es braucht Zeiten des Austausches wie der Einkehr.
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Die Therapeutensuche - Oder: Wie merke ich, ob ein Therapeut zu mir passt?
Bei der Durchführung einer Psychotherapie kommt es auf zwei Punkte an, damit sie erfolgreich ist: Die richtige Methode und den richtigen Therapeuten.
Während die Methode vom Therapeuten ausgewählt wird und hoffentlich zu Ihnen passt, besteht anfänglich natürlich das Problem, erstmal den richtigen Therapeuten zu finden. Denn das Problem ist: DEN richtigen Therapeuten gibt es nicht! Er muß zu Ihnen passen, muß auf Sie eingehen können, genauso wie Sie ihm vertrauen müssen. Sie müssen sich geborgen und ernstgenommen fühlen, die Beziehung, die "Chemie", muß also stimmen. Wenn Sie der Meinung sind, nicht über alles reden zu können oder wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, ist es meist schon der falsche Therapeut.
Normalerweise finden zu Beginn einer Therapie deswegen "Schnupperstunden" statt. Hier können sich Arzt und Patient gegenseitig kennenlernen und einschätzen, ob sie zueinander passen.
Ein paar Punkte, auf die Sie achten sollten:
Schon beim ersten Anruf oder dem ersten Kontakt: Wie kommt der Therapeut rüber, hat er eine angenehme Stimme, wirkt er hektisch?
Während der Sitzungen: Hat er genug Zeit für Sie, wird er ständig unterbrochen vom Telefon oder seiner Sprechstundenhelferin?
Beantwortet er all Ihre Fragen ausführlich oder fühlen Sie sich abgewiesen?
Ist er ausreichend für Sie ausgebildet? Hat er bereits Erfahrungen mit Ihrem Krankheitsbild?
Wie lange soll die Therapie dauern, was hat er vor? Stochert er im Nebel oder weiß er, wo es lang geht?
Fühle ich mich wohl bei ihm?
Falls der Therapeut zu Ihnen passt, ist es dann natürlich wichtig, die richtige Therapie zu wählen. Dabei kann man nicht nach Schema 08/15 vorgehen, jeder Patient braucht "seine" Therapie. Lassen Sie sich vom Therapeuten erklären, was er vor hat und wie der "Fahrplan" aussieht. Falls Sie mit dem Vorgehen während der Therapie nicht einverstanden sind, sagen Sie das auch! Falls Ihnen Medikamente verordnet werden, fragen Sie nach Wirkungen und auch Nebenwirkungen!
Nach einiger Zeit sollten sich erste Erfolge bemerkbar machen.
Wenn dies nicht passiert, fragen Sie den Therapeuten, ob das normal ist, und wenn nicht, was vielleicht falsch läuft.
Da eine Therapie normalerweise maximal 100 Stunden dauert, meist jedoch kürzer, sollten Erfolge nicht allzu lange auf sich warten lassen. Sonst ist die Therapie irgendwann vorbei und Sie sind immer noch nicht gesund...
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Die analytische Psychotherapie
Analytische Psychotherapie und Psychoanalyse haben den gleichen Ursprung.
Da die Psychoanalyse aber sehr lange dauert, wurde ein strafferes, schnelleres Verfahren entwickelt: Die analytische Psychotherapie.
Ein großer Unterschied zur Psychoanalyse liegt darin, daß angenommen wird, daß in der Kindheit erlebte Konflikte nicht komplett verarbeitet wurden und im Erwachsenenalter Probleme aufwerfen. Diese Konflikte versucht man zu behandeln bzw. aufzuarbeiten und so die Erkrankung zu heilen.
Dies ist der große Unterschied zur Psychoanalyse, die ja davon ausgeht, daß die Muster aus der Kindheit ins Erwachsenenalter übernommen werden und nicht mehr geändert werden können.
Auch hier dauert eine Sitzung 45 Minuten, im günstigsten Fall erfolgen zwei Sitzungen pro Woche, die Gesamtzahl der Sitzungen kann bis 250 Sitzungen gehen.
Allerdings ist diese Therapieart darauf ausgelegt, daß schnellere Erfolge erzielt werden können.
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Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie hat den gleichen Ursprung wie die klassische Psychoanalyse. Es gibt aber ein paar große Unterschiede dazu.
Der tiefenpsychologische Ansatz behandelt aktuelle Konflikte. Von den Problemen, die aktuell bestehen, wird auf Erlebnisse in der Kindheit geschlossen. Das Ziel ist, die aktuelle Lebenslage zu verändern.
Da verschiedene tiefenpsychologische Verfahren auf diesem Prinzip beruhen, ist die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie eigentlich ein Überbegriff für solche Verfahren.
Während einer Therapiesitzung sitzen sich der Arzt und der Patient gegenüber, der Patient sieht also den Arzt. Es ergibt sich also eine normale Gesprächssituation, in der der Patient die Reaktionen des Arztes sehen kann. Es erfolgt die sogenannte Gegenübertragung, also das Empfangen der Reaktionen des Arztes durch den Patienten, der so aus den Reaktionen des Arztes Schlüsse ziehen kann.
Diese Form der Therapie kann in Einzelsitzungen erfolgen oder auch in Gruppensitzungen. Die Dauer einer Sitzung dauert üblicherweise 45 Minuten und findet einmal in der Woche statt. Wieviele Sitzungen erfolgen, richtet sich nach dem Erfolg der Therapie.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist die am häufigsten durchgeführte Art der Psychotherapie.
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Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie hat den gleichen Ursprung wie die klassische Psychoanalyse. Es gibt aber ein paar große Unterschiede dazu.
Der tiefenpsychologische Ansatz behandelt aktuelle Konflikte. Von den Problemen, die aktuell bestehen, wird auf Erlebnisse in der Kindheit geschlossen. Das Ziel ist, die aktuelle Lebenslage zu verändern.
Da verschiedene tiefenpsychologische Verfahren auf diesem Prinzip beruhen, ist die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie eigentlich ein Überbegriff für solche Verfahren.
Während einer Therapiesitzung sitzen sich der Arzt und der Patient gegenüber, der Patient sieht also den Arzt. Es ergibt sich also eine normale Gesprächssituation, in der der Patient die Reaktionen des Arztes sehen kann. Es erfolgt die sogenannte Gegenübertragung, also das Empfangen der Reaktionen des Arztes durch den Patienten, der so aus den Reaktionen des Arztes Schlüsse ziehen kann.
Diese Form der Therapie kann in Einzelsitzungen erfolgen oder auch in Gruppensitzungen. Die Dauer einer Sitzung dauert üblicherweise 45 Minuten und findet einmal in der Woche statt. Wieviele Sitzungen erfolgen, richtet sich nach dem Erfolg der Therapie.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist die am häufigsten durchgeführte Art der Psychotherapie.
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Aktualisiert (Montag, 30. Januar 2012 um 14:28 Uhr)
